Jörg Caspar und Simon Geib mit großer Mehrheit im Amt bestätigt

Delegiertenversammlung der IG Metall im Zeichen von Corona

  • 06.07.2020
  • Aktuelles

Jörg Caspar, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Neunkirchen, hatte zusammen mit dem Ortsvorstand zur konstituierenden Delegiertenversammlung in die Neue Gebläsehalle in Neunkirchen eingeladen. Den 69 Delegierten stellte er den Geschäftsbericht vor, zog ein Resümee der letzten vier Jahre und gab Ein- und Ausblicke in die zukünftige Arbeitswelt. Auch wichtige Wahlen standen auf der Tagesordnung.

Coronabedingt erlebten die Teilnehmer in diesem Jahr einige Änderungen. So musste wegen der sehr strengen Maßnahmen zu Beginn der Pandemie die Versammlung vom 4. April auf den 2. Juli 2020 verschoben werden. Für die Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln hatte die IG Metall bestens vorgesorgt. Für jeden Delegierten war ein Einzeltisch vorgesehen, ein Mund-Nasen-Schutz lag zusätzlich bereit und auf jedem Tisch standen Getränke und ein Imbiss. 

Schon vor Beginn der Veranstaltung wurden die Teilnehmer mit verschiedenen Trailern eingestimmt, die die Aktivitäten der IG Metall in den zurückliegenden Jahren darstellten. Auf diese ging auch der 2. Bevollmächtigte Simon Geib in seiner Begrüßungsrede ein: Aktionstag „Stahl ist Zukunft“ am 7. November 2016, Betriebsratswahlen im Jahr 2018 mit der sich anschließenden Wahlparty, Industriekongress in der Congresshalle am 13. Mai 2019 zum Thema „Transformation“, Großdemo in Berlin am 29. Juni 2019 mit 50.000 Teilnehmern, „Walk of Steel“ von Völklingen nach Brüssel, wo am 10. Februar 2020 Frans Timmermanns eine Resolution übergeben wurde und der Aktionstag bei ZF am 23. und 24. Juni 2020 mit dem Thema „Solidarität gewinnt“.

Konkreter wurde Jörg Caspar in seiner ambitionierten Rede, in der er auf die Erfolge, aber auch auf die Probleme in den zurückliegenden vier Jahren einging. So konnte trotz intensiver Bemühungen Betriebsschließungen bzw. Insolvenzen von vier Betrieben nicht verhindert werden. Weitere Probleme, die in den kommenden Jahren gelöst werden müssen, seien die Produktion und Vermarktung von sauberem Stahl und die Veränderungen in der Automobil- und Zulieferindustrie. Dieser Transformationsprozess sei nur mit den Beschäftigten möglich: „Transformation darf nicht zu Lasten der Mitglieder gehen! Die Arbeitsplätze müssen trotz Strukturwandel sicher sein.“ Allen, die dafür gesorgt haben, dass die Betriebsratswahlen so erfolgreich für die IG Metall verlaufen sind, zollte er Respekt und Hochachtung.

Bedingt durch Betriebsänderungen, Insolvenzen und Betriebsschließungen konnte im Berichtszeitraum der Mitgliederbestand leider nicht gehalten werden. Ende Mai belief sich die Zahl der Mitglieder auf 6.534. Im 2. Halbjahr 2020 startet wieder eine Aktion zur Werbung neuer Mitglieder. Erfreulich sei, dass trotz betrieblicher Aktionen und Aktivitäten sowie notwendiger Umbaumaßnahmen in der Geschäftsstelle die Finanzen stabil geblieben seien. Bei den 1%-Zahlern sei die Geschäftsstelle Neunkirchen die Nr. 2 im Saarland.  Zum Ende seiner Rede sprach er seinen Dank an den Ortsvorstand und das Team der Geschäftsstelle für die gute Zusammenarbeit aus.

Nach dem Bericht von Maria Rau, der federführenden Revisorin, wurde der Geschäftsführung und dem Ortsvorstand einstimmig Entlastung erteilt.

Bei den sich anschließenden geheimen Wahlen des 1. und 2. hauptamtlichen Bevollmächtigten gaben die Delegierten ein eindeutiges Votum ab: Der bisherige 1. Bevollmächtigte und Kassierer Jörg Caspar wurde mit 97,1 % der Stimmen in seinem Amt bestätigt. Simon Geib, der 2. hauptamtliche Bevollmächtigte, erhielt knapp 90 % der Stimmen. Dem neuen Ortsvorstand gehören in den nächsten vier Jahren 13 Beisitzer an, die ebenfalls in geheimer Wahl mit großer Mehrheit gewählt wurden. Es sind: Stefan Biehl, Norman Brandes, Alfonso Cottone, Anja Gelzleichter, Holger Hell, Christian Kuß, Michael Lißmann, Slawomir Michalik, Jörg Piro, Maria Rau, Frank Riedinger, Christian Scheer und Andreas Thiel.

Nach der Durchführung weiterer Wahlen dankten die beiden Bevollmächtigten den Teilnehmern für ihr Engagement und schworen sie auf die Zukunft ein. „Die nächste Zeit wird spannend, aber wir sind gut gewappnet. Wir schaffen das, wenn wir betriebsübergreifend zusammenstehen und Solidarität zeigen. Dann gehen wir gestärkt aus der Corona-Krise hervor.“