IG Metall Neunkirchen
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23.08.2019, 00:08 Uhr

Eisenschaffende Industrie des Saarlandes

3,7 Prozent mehr Geld, zusätzliche tarifliche Vergütung von 1.000 Euro ab 2020, wandelbar in freie Tage.

  • 01.04.2019
  • Aktuelles, Betriebe / Tarif

In der Nacht vom 28. auf den 29. März vereinbarten die Bezirksleitung Mitte der IG Metall und der Verband der Saarhütten in Saarlouis ein Verhandlungsergebnis für die Beschäftigten der saarländischen Stahlindustrie. Es gilt für die Stahlstandorte im Saarland, für die Badischen Stahlwerke in Kehl sowie für Buderus Edelstahl in Wetzlar. Demnach steigen die Löhne und Gehälter ab 1. Juni 2019 um 3,7 Prozent, für die Monate April und Mai gibt es eine Pauschale in Höhe von 100,- Euro. Die Ausbildungsvergütungen werden, je nach Ausbildungsjahr ab April 2019 um 60,- bis 90,- pro Monat erhöht, ab Juni 2020 um noch einmal 60,- bis 90,- Euro.

Ab dem Jahr 2020 erhalten alle Beschäftigten eine zusätzliche tarifliche Vergütung in Höhe von 1.000 Euro pro Jahr, die jeweils zum 31. Juli ausgezahlt wird. Diese ist dauerhaft und tarifdynamisch. Die Beschäftigten können diese Vergütung in freie Tage umwandeln. Es sind bis zu 5 freie Tage möglich. Die tatsächliche Anzahl der umwandelbaren freien Tage bestimmt sich nach der Gesamtzahl der Anträge pro Betrieb, bei vielen Anträgen reduzieren sich die freien Tage für den Einzelnen. Können nicht alle gewünschten freien Tage realisiert werden, werden diese ausgezahlt.

Der Tarifvertrag zum Einsatz von Werkverträgen wird verlängert.

Jörg Köhlinger, Verhandlungsführer und IG Metall-Bezirksleiter des Bezirks Mitte: "Wir haben in den vergangenen Stunden hart miteinander verhandelt und nun ein Ergebnis erzielt, das den Stahlbeschäftigten eine mehr als ordentliche Entgelterhöhung und die Möglichkeit auf mehr freie Zeit gibt. Angesichts der Arbeit, die die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Stahlindustrie leisten, ist dies mehr als verdient.“ Mit den Regelungen für mehr freie Tage in der Stahlindustrie setze die IG Metall ihre erfolgreiche Arbeitszeitpolitik fort, wie Jörg Köhlinger erläutert: „Nach dem Abschluss vor einem Jahr in der Metall- und Elektroindustrie ist uns in einer weiteren wichtigen Branche ein Durchbruch für mehr Arbeitszeitsouveränität gelungen. Die Beschäftigten haben auch hier mehr Selbstbestimmung, mehr Entlastung und mehr Freiräumen für das Private gefordert, das hat in der modernen Arbeitswelt große Bedeutung."

Möglich wurde der Kompromiss durch den enormen Druck der Beschäftigten. Nachdem in anderen Tarifbezirken viele Warnstreiks die Forderungen der IG Metall unterstützt hatten, konnte dies im Saarland vermieden werden. „Aber auch hier wären die Beschäftigten dazu bereit gewesen, das wissen die Arbeitgeber“, so Köhlinger.

Die neuen Tarifverträge sind erstmals zum 31. Mai 2021 kündbar.

Das Verhandlungsergebnis steht unter dem Vorbehalt einer beidseitigen Erklärungsfrist bis zum 10. April 2019.


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