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Familie und Beruf

Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Bezirksleiter Armin Schild hat den Metall-Arbeitgebern eine gemeinsame Stiftung vorgeschlagen. Sie soll vor allem Betreuungseinrichtungen unterstützen, die Kinder vom Krippen- bis zum Hortalter aufnehmen und die ihre Öffnungszeiten an die Betriebszeiten örtlicher Metallbetriebe anpassen. Es gehe der IG Metall darum, gemeinsam mit den Arbeitgebern die Vereinbarkeit von Familie und  Beruf zu fördern. Und darum, die Arbeitgeber an der Finanzierung der sozialen Infrastruktur zu beteiligen, auf die sie selbst angewiesen seien. Wie so etwas funktionieren kann, zeigt das Beispiel der Dillinger Hütte.


In Deutschland sind es immer noch fast ausschließlich die Frauen, die innerhalb der Rollenverteilung in der Familie für Kindererziehung und die Pflege von Familienangehörigen verantwortlich sind. Doch haben sie nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten, diesen „zweiten Job“ mit ihrer beruflichen Tätigkeit zu vereinbaren. Zwei Schlaglichter: Jede dritte Mutter, aber nur jeder 30. Vater arbeitet Teilzeit. Nur zwei Prozent derer, die Elternzeit in Anspruch nehmen, sind Väter. Wenn wir es mit der Gleichstellung von Frau und Mann ernst meinen, müssen wir dafür sorgen, dass Familie und Beruf miteinander vereinbar sind.

Dies ist keine Privatsache, die Frau für sich allein lösen kann. Gefragt ist der Staat. Gefragt sind aber auch die Gewerkschaften und - ganz konkret im Betrieb - die Betriebsräte auf der einen und die Unternehmen auf der anderen Seite.

Politik muss eine Infrastruktur schaffen, die es ermöglicht, jedem Kind einen Kinderbetreuungsplatz anzubieten - und zwar schon im Kleinkindalter. Die Steuerpolitik muss so gestaltet sein, dass es keine Belastung darstellt, Kinder zu haben. Deshalb begrüßen wir ausdrücklich Pläne, das Elterngeld einzuführen. Es sichert das Einkommen für das erste Jahr nach der Geburt. Im Anschluss muss aber auch ein Kindergartenplatz zur Verfügung stehen.

Wie bei der Kindererziehung muss auch die Pflege von Angehörigen eine weitere Berufstätigkeit ermöglichen. Der demografische Wandel macht's nötig. Auch hier muss der Staat entsprechende Infrastruktur zur Verfügung stellen.

Wir als IG Metall wollen aber nicht nur auf den Staat schauen, sondern daneben unsere eigenen Handlungsmöglichkeiten nutzen. Dies betrifft zuallererst das Handlungsfeld Betriebspolitik. Unser Ziel muss sein, Betriebsvereinbarungen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf abzuschließen, die es beiden Geschlechtern ermöglicht, Beruf und Kindererziehung oder die Pflege Angehöriger miteinander zu vereinbaren. In diesem Zusammenhang sind als erstes passende Arbeitszeitmodelle gefragt. Daneben spielen Themen wie Telearbeit, Teilzeit und Wiedereinstiegsförderung nach Familienphasen ein wichtige Rolle. Dieser Katalog ließe sich fortsetzen.

Natürlich können und müssen auch die Unternehmen dazu beitragen, die Infrastruktur zu verbessern. Auch sie müssen Betreuungsangebote machen. Die Studie „Betriebswirtschaftliche Effekte familienfreundlicher Maßnahmen" (Link s. unten) hat gezeigt, dass es für die Unternehmen eine Kostenentlastung darstellt, wenn sie sich für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf engagieren. Und die Beschäftigten haben hohe Erwartungen an die Familienfreundlichkeit im Betrieb, wie eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung und des Bundesfamilienministeriums zeigt (Link s. unten).

Daneben können lokale Bündnisse für Familien ein guter erster Schritt sein. Sie werden derzeit vom DGB in verschiedenen Modellversuchen initiiert, können aber nur funktionieren, wenn die drei Akteure Kommune, Unternehmen und Gewerkschaften gleichberechtigt und zielgerichtet zusammen arbeiten. Ein gutes Beispiel aus unserem Bezirk ist die Stadt Trier (Link s. unten).

Wie können wir aber nun Impulse in die Betriebe geben? Unser Bezirk beteiligt sich an Projekten des DGB, die Betriebsräten und Unternehmen den Einstieg in das Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglichen sollen. Dies ist einmal speziell auf kleine und mittelständische Betriebe zugeschnitten, die häufig nicht die Ressourcen haben, sich neuen Themen zu widmen. Ein weiteres Projekt gibt Hilfestellung bei der Analyse der Chancengleichheit im Betrieb und zeigt Wege zu ihrer Verbesserung auf. Ein drittes Projekt wird von der IG Metall selbst durchgeführt. Es zielt darauf, die vorhandene Doppelbelastung nicht zu einem Gesundheitsrisiko werden zu lassen und will hierfür Lösungsmöglichkeiten anbieten.

In ihrer Rolle als Tarifvertragspartei schließlich will die IG Metall die tariflichen Regelungen im Sinne einer größeren Vereinbarkeit von Familie und Beruf und größerer Chancengleichheit verbessern. Dies gilt für die anstehenden Verhandlungen zu den Arbeitszeitkonten als kurzfristige Handlungsoption. Mittel- und längerfristig soll es auch neue tarifliche Regelungen geben, die bisher nicht in unseren Tarifverträgen vorkommen.

Broschüre des Bundesfamilienministeriums: "Betiebswirtschaftliche Effekte familienfreundlicher Maßnahmen"

Broschüre des Bundesfamilienministeriums: "Erwartungen an einen familienfreundlichen Betrieb"


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Aufruf zum Mitmachen
Gefragt ist: Wie können wir bei uns im Bezirk Impulse für Vereinbarungen über eine verbesserte Vereinbarkeit von Familie und Beruf in die Betriebe geben? Wir rufen Betriebsräte auf, sich dazu an den oben beschriebenen Projekten zu beteiligen. Nähere Informationen in diesen Flyern:

DGB-Flyer Familie und Beruf





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