4. Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie

Warnstreik bei ZF Werk 5, Hörmann Freisen, Hörmann Eckelhausen und DLS

Die IG Metall Verwaltungsstelle Neunkirchen setzte anlässlich der 4. Verhandlungsrunde für die rund 400.000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Thüringen ihre Warnstreiks fort. Die Beschäftigten von ZF Werk 5 (ehemals Bauknecht) demonstrierten am 10.05., gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen von ZF Saarbrücken, dass sie hinter unserer Tarifforderung stehen.

Am 11.05. waren die Kolleginnen und Kollegen von Hörmann Freisen, Hörmann Eckelhauen und DLS aufgerufen. Sie zogen in einem Demonstrationszug um 10.15 Uhr zum Hermann Hörmann Platz in Freisen wo eine Kundgebung, an der 500 Beschäftigte teilnahmen, stattfand.  

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4. Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie

Warnstreik bei Eberspächer und MAT Fondries

Die IG Metall Verwaltungsstelle Neunkirchen setzte anlässlich der 4. Verhandlungsrunde für die rund 400.000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Thüringen ihre Warnstreiks fort. Die Beschäftigten von MAT Foundries Europe und Eberspächer waren aufgerufen und zogen in einem Demonstrationszug um 12.00 Uhr zum Platz vor der Stengelkirche in Wellesweiler (Kreuzung Homburger Str., Eisenbahnstr.), wo eine Kundgebung stattfand.  

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IG Metall startet Warnstreikwelle in der M+E-Industrie

Das war nur ein erster Auftakt

Mit einer ersten Warnstreikwelle erhöht die IG Metall den Druck auf die Arbeitgeber in der Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie. Am Mittwoch, dem 3. Mai 2012 war auch das Saarland dran. „Wir sind mit der großen Beteiligung der Beschäftigten an den Warnstreiks sehr zufrieden“, wie Jörg Caspar, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Neunkirchen, feststellt. Die Warnstreiks werden auch in den kommenden Tagen fortgesetzt. 

Im Bereich der Verwaltungsstelle Neunkirchen nahm der Großteil der Beschäftigten der Unternehmen MAT in Wellesweiler und Hörmann in Eckelhausen an Warnstreiks, Kundgebungen und Demonstrationen teil. 

"6,5 Prozent mehr Lohn, faire Leiharbeit, unbefristete Übernahme von Auszubildenden“ sind die Forderungen der IG Metall, die unter dem IG Metall-Tarifmotto „Wir haben es verdient“ stehen.  

 „Das war nur ein erster Auftakt. Die Beschäftigten stehen zu den Forderungen der IG Metall“, bestätigt Gewerkschaftssekretär Simon Geib. „Wir waren sehr überrascht über die hohe Beteiligung“ stellt der MAT-Betriebsratsvorsitzende Andreas Walocha fest. Auch der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Frank Riedinger verdeutlicht: „Das Maß ist voll. Wir haben unser Pulver in der Tarifrunde 2012 bei Weitem noch nicht verschossen. Wenn die Arbeitgeber kein vernünftiges Angebot machen, gibt es noch mehr Druck und wir sind auch zum Streik bereit.“ 

Zu einer Konfrontation kam es in Eckelhausen. Jörg Caspar stellte über den Lautsprecherwagen fest, dass die Demonstration an zwei Unternehmen, Elektrotechnik Eifler und Werkzeugbau Wellgo, vorbeigezogen war, wo es keine Tarifverträge und keine Betriebsräte als Interessenvertreter gäbe. Jörg Caspar kritisierte: "Demokratie macht an den Werkstoren nicht halt." Eifler-Mitarbeiter schlossen daraufhin die Tore zum Betriebsgelände. Bei Wellgo ging es noch härter zu. Zwei Wellgo-Mitarbeiter beschimpften Jörg Caspar und drohten ihm Prügel an. 

 

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IG Metall Neunkirchen bereitet Arbeitskampf vor

Wir sind bereit

„Mehr und fair: 6,5 Prozent, faire Leiharbeit, unbefristete Übernahme“ forderten rund 70 Mitglieder der IG Metall Neunkirchen bei einer Arbeitskampfschulung in Kirkel.

Am Samstag, dem 14. April 2012, bereitete sich die IG Metall Neunkirchen auf einen möglichen Arbeitskampf in der Tarifrunde der Metall-und Elektroindustrie vor. 

„Wir haben’s verdient“ beschreibt die zuversichtliche Stimmung der rund 70 Mitglieder der IG Metall Neunkirchen, die am Samstag, dem 14. April, zur Vorbereitung auf einen möglichen Arbeitskampf in der Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie im Bildungszentrum der Arbeitskammer in Kirkel zusammenkamen. 

 „Trotz Weißer-Sonntags-Wochenende sind rund 70 Kolleginnen und Kollegen nach Kirkel gekommen“, so Jörg Caspar, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Neunkirchen, der weiter erläutert: „Die hohe Teilnehmerzahl drückt aber genau die Stimmung in den Betrieben aus. Die Wirtschaft läuft. Die Beschäftigten wollen mehr Geld und sind auch zu einem Arbeitskampf bereit, wenn sich die Arbeitgeber querstellen.“ 

„Wir haben’s verdient“ ist auch das Motto der IG Metall zur Tarifrunde 2012. Neben den 6,5 Prozent mehr Geld will die IG Metall erreichen, dass Betriebe ihre Ausgebildeten in der Regel übernehmen. Benachteiligte Jugendliche sollen außerdem eine faire Ausbildungschance erhalten, in dem sie stärker gefördert werden. Weiterhin strebt die IG Metall an, dass Betriebsräte über Dauer, Einsatz und Umfang von Leiharbeit mitbestimmen. 

Zu der Arbeitskampfschulung der IG Metall Neunkirchen waren aus den tarifgebunden Betrieben der Metall- und Elektroindustrie Betriebsratsmitglieder, Vertrauensleute, Jugend- und Auszubildendenvertreter und Schwerbehindertenvertreter eingeladen. Themen wie aktueller Stand der Verhandlungen, rechtliche Voraussetzungen eines Arbeitskampfes, Warnstreiks, Beteiligung von Leiharbeitnehmern, Urabstimmung und Streik wurden besprochen. 

„Gut das wir uns am Samstag intensiv vorbereitet haben, denn es geht gleich los. Die Friedenspflicht läuft nur noch bis zum 28. April“, so der IG Metall-Gewerkschaftsekretär Simon Geib. „Wir sind sehr stolz darauf, dass unsere IG Metall die Tarifforderung der Jugend nach unbefristeter Übernahme nach der Ausbildung übernommen hat. Für diese Forderung haben wir jede Menge Aktionen organisiert“, so Daniel Erbes, Vorsitzender des Ortsjugendausschusses und Ortsvorstandsmitglied der IG Metall Neunkirchen. 

Konstituierende Delegiertenversammlung

Trotz Krise Aufschwung bei der IG Metall Neunkirchen

Von links nach rechts: Stefan Biehl, Sabine Gordner, Christian Scheer, Peter Becker, Bernhard Zaums, Maria Rau, Jörg Hollinger, Daniel Erbes, Michael Lißmann, Frank Riedinger und Jörg Caspar, nicht auf dem Bild: Jörg Piro und Normen Brandes.

Am Samstag, dem 31. März 2012, fand die konstituierende Delegiertenversammlung der IG Metall Neunkirchen statt. Die Delegierten bestätigten Jörg Caspar als 1. Bevollmächtigten. Neu gewählt wurde der 2. ehrenamtliche Bevollmächtigte Stefan Biehl. Auch ein neuer Ortsvorstand und weitere Gremien der Metallgewerkschaft wurden für die kommende Wahlperiode von 2012 bis 2015 gewählt. 

Nach dem IG Metall-Gewerkschaftstag, der im Oktober 2011 in Karlsruhe stattfand, begannen auch die Neuwahlen der Gewerkschaft auf regionaler Ebene. Im Januar wurden in 27 Mitgliederversammlungen die 80 Delegierten der IG Metall Neunkirchen gewählt, die am Samstag, dem 31. März 2012, zur konstituierenden Delegiertenversammlung im Katholischen Pfarrzentrum in Neunkirchen-Wellesweiler zusammenkamen. 

Nach dem Totengedenken und den Grußworten der Gäste, ergänzte Jörg Caspar den schriftlichen Geschäfts- und Kassenbericht für die Jahre 2008 bis 2011 durch eine Rede an die Delegierten. „Die Krisenbewältigung ab 2008 war für die IG Metall Neunkirchen ein sehr großer Kraftaufwand. In den letzten vier Jahren wurden in unserem Verwaltungsstellenbereich durch Insolvenzen, Massenentlassungen und Betriebsverlagerungen rund 900 Arbeitsplätze und damit auch Existenzen vernichtet. Stattdessen wurden Milliarden zur Rettung der Banken aufgewendet. Aber die Politik reagiert viel zu wenig auf die Ursachen der Krise. Wann werden die Krisenverursacher zu ihrer gesellschaftlichen und finanziellen Verantwortung gezogen? Wo bleibt die Spekulationsteuer? Wann kommt die Erhöhung der Vermögensteuer für Reiche und Superreiche?“ 

„Gemeinsam haben wir die Krise gemeistert und in der Regel akzeptable Lösungen für die Beschäftigten durchgesetzt. Die IG Metall hat schnell auf die Anforderungen der Krise reagiert. Der Tarifvertrag Beschäftigungssicherung war ein wichtiges Instrument zur Krisenbewältigung, ein anderes die verlängerte Kurzarbeit. Fast alle Betriebe in unserem Verwaltungsstellenbereich haben Kurzarbeit genutzt. Durch die die Ausweitung des Kurzarbeitergeldes oder auch durch die staatlichen Investitionsprogramme, wie die Abwrackprämie konnten Arbeitsplätze gesichert werden“, stellte Jörg Caspar fest. 

Über zwei weitere Punkte setzte sich Jörg Caspar kritisch auseinander: „Wir werden mit der ‚Rente 67‘ keinen Frieden schließen. Zum Einen werden Beschäftigte ab 50 Jahren praktisch nicht eingestellt. Zum Anderen sind altersgerechte Arbeitsplätze in den Betrieben ebenfalls nicht vorhanden. Ein weiterer Punkt ist die Ausweitung der Leiharbeit, die aus meiner Sicht Lohnraub und Sklaverei des 21. Jahrhunderts darstellt. Was als Ausnahme bei Auftragsspitzen gedacht war, wurde inzwischen zur Regel in den Personalabteilungen. Heuern und Feuern ist das Motto. In der Krise wurden die Leiharbeitnehmer als erste entlassen, jetzt werden sie wieder eingestellt – zu den gleichen schlechten Bedingungen. Das bedroht nicht nur die weniger werdenden Stammbelegschaften, sondern schafft auch Altersarmut bei den Leiharbeitern. Die Leiharbeit muss eingedämmt werden. Da es dafür keine Mehrheit im Bundestag gibt, müssen wir die Rechte der Betriebsräte beim Einsatz von Leiharbeit über Tarifverträge ausweiten.“ 

 Auch an die neue saarländische Landesregierung stellte Jörg Caspar Forderungen: „Die Landesregierung fördert jedes Jahr Betriebe mit einer sinnvollen Wirtschaftsförderung von 120 Millionen Euro. Aber diese Förderung muss viel transparenter in der Öffentlichkeit stattfinden. Und sie muss an Bedingungen geknüpft werden, wie die Einhaltung von tariflichen Mindeststandards oder die Eindämmung der Leiharbeit. Ein weiterer Punkt ist das Bildungsfreistellungsgesetz. Für saarländische Beschäftigte muss die bezahlte Weiterbildung auf 14 Tage erhöht werden und zwar nicht nur für große, sondern auch für kleinere Betriebe.“ 

Zu den aktuellen Tarifbewegungen erläuterte Jörg Caspar: „In der Stahlindustrie haben wir zum 1. März durch den Druck der Belegschaften einen guten Abschluss erreicht. Einmalzahlung für Februar von 160 Euro, ab März ein Plus von 3,8 Prozent. Die unbefristete Übernahme der Auszubildenden wurde erreicht. Außerdem werden die Tarifverträge Altersteilzeit und Leiharbeit fortgesetzt. Durch diesen Tarifabschluss wurde auch die Kaufkraft in der Binnennachfrage der Stahlbeschäftigten in der Region Neunkirchen und St. Wendel um rund 870.000 Euro erhöht. In der Metall-und Elektroindustrie geht es gleich los. Die Friedenspflicht gilt bis zum 28. April. Unsere Forderungen sind 6,5 Prozent mehr Geld, ebenfalls die unbefristete Übernahme der Azubis und die Ausweitung der Betriebsratsrechte beim Einsatz von Leiharbeit. Die Botschaft an die Unternehmerseite: Wir sind bereit. Wenn es kein vernünftiges Angebot gibt, auch bis zum Streik.“ 

„Unsere Verwaltungsstelle ist organisatorisch und finanziell stabil aufgestellt. In den letzten vier Jahren wurden durch unsere Verwaltungsstelle knapp 2 Millionen Euro an unsere Mitglieder ausgezahlt. Dazu gehören verschiedene Leistungen, wie Sterbegeld, Unterstützung bei der Freizeit-Unfall-Versicherung, Rentnerunterstützung, Übernahme von Gutachterkosten oder Gelder, die in Verfahren im Arbeits- und Sozialrecht erstritten wurden“, so Jörg Caspar. 

 Abschließend teilte Jörg Caspar mit: „Die Gewerkschaft spricht die Menschen an. Unsere Mitgliederzahl hat sich trotz Krise sehr positiv entwickelt. Die IG Metall Neunkirchen liegt jetzt bei rund 6.750 Mitgliedern. Unser Ziel für die nächste Wahlperiode ist es die 7.000-Grenze zu überschreiten. Wir haben motivierte Mitglieder in den Betrieben, ob Betriebsräte oder Vertrauensleute, die unsere Gewerkschaftsarbeit dauerhaft voranbringen und für den nötigen Schwung sorgen. Auch unsere IG Metall-Jugend ist mit Power dabei und setzt sich mit Engagement und Spaß für ihre Zukunft ein, was unter anderem ihre Aktionen zur unbefristeten Übernahme beweisen.“ 

Im Anschuss an die Rede von Jörg Caspar wurden die Neuwahlen für die kommende Wahlperiode 2012 bis 2015 durchgeführt. Am 31. März 2012 wurden von der Konstituierenden Delegiertenversammlung der IG Metall Neunkirchen gewählt: 1. Bevollmächtigter und Kassierer Jörg Caspar, 2. und ehrenamtlicher Bevollmächtigter Stefan Biehl (Bauknecht / ZF Werk V). In den Ortsvorstand wurden gewählt: Jörg Hollinger und Michael Lißmann (Eberspächer), Jörg Piro (Saarstahl), Christian Scheer (Diehl Defence Land Systems), Bernhard Zaums (Hörmann Eckelhausen), Norman Brandes (Vorsitzender des VL-Ausschusses / Saarstahl), Maria Rau (Vorsitzende des Ortsfrauenausschusses / Kennametal), Peter Becker (Vorsitzender des Handwerksausschusses / Imtech), Sabine Gordner (Schmidt Küchen), Frank Riedinger (MAT), Daniel Erbes (Vorsitzender des Ortsjugendausschusses / Diehl Defence Land Systems). Weitere Mitglieder des Ortsvorstandes aber ohne Stimmrecht: Ilonka Brayer (Vorsitzende des Angestelltenausschuss), Jürgen Diehl (Vorsitzender des Seniorenarbeitskreises). Darüberhinaus wurden noch verschiedene Mitglieder in weitere Gremien und Tarifkommissionen gewählt. Ebenso wurde der Ortsvorstand durch die Delegiertenversammlung entlastet. 

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Tairfrunde der Metall- und Elektroindutrie 2012

Leistungsrechner

sieben Fragen - sieben Antworten rund um das Streikrecht 

Mit Warnstreiks machen üblicherweise die Beschäftigten Druck auf die laufenden Tarifverhandlungen. Doch was können Warnstreiks bewirken? Und was unterscheidet sie von einem regulären Streik? Die IG Metall Neunkirchen beantwortet die wichtigsten Fragen rund um das Streikrecht. 

1. Was ist ein Warnstreik? 

Bei einem Warnstreik handelt es sich um eine befristete Arbeitsniederlegung von einigen Stunden. Damit wollen die IG Metall und die aufgerufenen Beschäftigten die Arbeitgeber zu einem Angebot bewegen oder gegen ein zu geringes Lohnangebot protestieren. Die Warnstreiks während einer Tarifrunde sind notwendig. Die Belegschaften signalisieren damit den Arbeitgebern, dass sie hinter den Tarifforderungen stehen. Gleichzeitig erzeugen sie den nötigen Druck, um gute Tarifstandards durchzusetzen. Denn - in Zeiten kurzfristiger Planungen und knapper Lieferfristen - können auch befristete Warnstreiks Unternehmen ökonomisch erheblich treffen. 

2. Sind Warnstreiks zulässig? 

Nach Ablauf der Friedenspflicht können Gewerkschaften zu Warnstreiks aufrufen. Warnstreiks sind wie Vollstreiks verfassungsrechtlich als Grundrecht garantiert. Das Streikrecht leitet sich ab von der "Koalitions- und Vereinsfreiheit", die im Grundgesetz in Artikel 9 Absatz 3 verankert ist. Das bedeutet: Jeder Arbeitnehmer und jeder Auszubildender, ob gewerkschaftlich organisiert oder nicht, darf sich an einem Warnstreik beteiligen. Die Teilnahme verletzt nicht den Arbeitsvertrag. Die Arbeitgeber dürfen Warnstreikende nicht maßregeln und weder während des Streiks noch danach kündigen. 

3. Was ist eine Friedenspflicht?

Vereinbarte und noch laufende Tarifverträge unterliegen der Friedenspflicht. Das bedeutet: Während der Laufzeit eines Tarifvertrages darf dieser nicht durch Arbeitskämpfe oder Aktionen in Frage gestellt werden. Die Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände sind verpflichtet, sich daran zu halten. Die Friedenspflicht endet zeitgleich mit dem Tarifvertrag. In der Metall- und Elektrobranche endet sie vier Wochen nach Ablauf des Tarifvertrages. Ist die Frist der Friedenspflicht abgelaufen, sind Warnstreiks möglich. 

4. Was unterscheidet einen Warnstreik von einem regulären Streik? 

Ein Warnstreik ist zeitlich auf einige Stunden befristet, zu dem eine Gewerkschaft ohne ein Mitgliedervoutum aufrufen kann. Bleiben die Warnstreiks ohne Erfolg und führen zu keinem Tarifergebnis, kann die IG Metall-Tarifkommission das Scheitern der Verhandlungen erklären. Sie beantragt daraufhin beim Vorstand der IG Metall eine Urabstimmung für einen Vollstreik. Votieren mindestens 75 Prozent der aufgerufenen Mitglieder für einen Streik, legt der Vorstand den Streikbeginn fest. Der Streik ist erst einmal unbefristet. 

5. Wer zahlt während des Streiks Lohn und Gehalt? 

Während des Streiks hat der Streikende keinen Anspruch auf Entgeltfortzahlung. IG Metall-Mitglieder erhalten von ihrer Gewerkschaft Streikgeld. Das beträgt im Schnitt zwei Drittel des Bruttoeinkommens. Wieviel es genau ist, errechnet der IG Metall-Leistungsrechner

6. Und wie geht's weiter? 

Während eines Streiks führen die Tarifparteien ihre Verhandlungen fort. Haben sie sich auf ein Ergebnis geeinigt, stimmen die Mitglieder erneut in einer Urabstimmung darüber ab. Entscheiden sich 25 Prozent für die Annahme, gilt ein neuer Tarifvertrag und der Streik wird beendet. 

7. Wirkt ein Streik negativ nach?

Zum Schutz der Beschäftigten vereinbaren die Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände nach Streikende eine "Maßregelungsklausel". Danach dürfen Unternehmer Streikbeteiligte nicht maßregeln. Eventuelle Abmahnungen, Kündigungen oder Verweigern von Prämienzahlungen sind wirkungslos bzw. müssen sie zurücknehmen. 

"Heute für morgen Zeichen setzen"

8. März Internationaler Frauentag

„Heute für morgen Zeichen setzen“: So lautete das Motto der Gewerkschaftsfrauen für den 8. März 2012, den Internationalen Frauentag. Aus diesem Anlass hat die IG Metall Verwaltungsstelle Neunkirchen zu einer Kinoveranstaltung mit dem Film, „WE WANT SEX“ ins Burg Theater Neunkirchen eingeladen. 

Über 60 Kolleginnnen und Kollegen, die an diesem Tag mal die Minderheit dastellten, erlebten einen Abend, der zum Nachdenken anregte, aber auch die Lachmuskeln nicht zu kurz kommen lies.

Um was ging es: In der englische Autostadt Dagenham Ende der 60er Jahre: Rita O’Grady (Sally Hawkins) arbeitet gemeinsam mit 186 weiteren Frauen als Näherin in einer Ford-Fabrik. Die Arbeitsbedingungen sind alles andere als angenehm, aber die Frauen wissen sich in ihrem knochenharten Job durchzubeißen. Als das Management jedoch auch noch beschließt die Frauen als ungelernte Arbeitskräfte einzustufen, gehen Rita und ihre Kolleginnen auf die Barrikaden. Gemeinsam mit dem Gewerkschaftsvertreter Albert (Bob Hoskins) organisiert Rita als Rädelsführerin den ersten Frauenstreik in der Geschichte Großbritanniens. Als sich auch noch die engagierte Kabinettsabgeordnete Barbara Castle miteinschaltet, bekommt die Aktion eine ungeahnte Dynamik. 

"Ein Film, der in die heutige Zeit passt", so Maria Rau, Vorsitzende des Ortsfrauenausschuss der IG Metall Neunkirchen. "Noch immer verdienen Frauen weniger als Männer und noch immer haben es Frauen schwer, sich in der Arbeitswelt gegenüber den Männern durchzusetzen. Aus dem Grund sind solche Filme, die etwas andere Art der Aufklärungsarbeit."

Fazit: Es war ein gelungener Abend der mit Sicherheit nicht der letzte dieser Art war.

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01.03.2012 |

Tarifkommissionen beschließen Forderungen

Tarifrunde 2012 beginnt

Mit einer Entgeltforderung von 6,5 Prozent für die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie geht der Bezirk Frankfurt für die Bundesländer Hessen, Rheinland-Pfalz, das Saarland und Thüringen in die Tarifrunde 2012. Weitere Forderungselemente sind die unbefristete Übernahme der Ausgebildeten und Mitbestimmungsrechte für Betriebsräte, um Leiharbeit zu begrenzen und fair zu regulieren. Dies beschlossen die Tarifkommissionen der vier Bundesländer am 23.02.2012 in Frankfurt einstimmig. Die erste Tarifverhandlung für die rund 420.000 Beschäftigten in den Betrieben der Metall- und Elektroindustrie ist am 6. März in Frankfurt.

Flugblatt zur Tarifrunde:

Stahltarifrunde 2012: Massiver Druck brachte Erfolg

3,8 Prozent Plus

Es gibt 3,8 Prozent mehr Geld und eine Einmalzahlung von 160,- Euro. Die unbefristete Übernahme nach der Ausbildung gilt ab sofort für alle Azubis. Der Tarifanspruch auf Altersteilzeit bleibt auch in Zukunft sicher und der Tarifvertrag Leiharbeit wird fortgeführt. 

„Wir wollen mehr Geld, da sonst der Hammer fällt“ oder „Unbefristete Übernahme“ forderten rund 2200 Stahlbeschäftigten, die sich am 23. Januar vor dem Verhandlungslokal in Saarbücken trafen. Die Beschäftigten waren aus dem ganzen Saarland sowie aus Kehl und Wetzlar angereist, um mit einer beeindruckenden Kundgebung Druck auf die Arbeitgeber zu machen. Und die gemeinsame Stärke brachte den Erfolg schon in der ersten Verhandlung in der Stahltarifrunde 2012. IG Metall und Arbeitgeber des saarländischen Stahlhüttenverbands einigten sich. Die Tarifkommission tagte gleich am nächsten Morgen und stimmte dem Verhandlungsergebnis einstimmig zu. 

DAS VERHANDLUNGSERGEBNIS IN KÜRZE 

3,8 Prozent plus 

Ab 1. März gibt es 3,8 Prozent mehr Entgelt und Ausbildungsvergütungen. Zusätzlich gibt es eine Einmalzahlung von 160,- Euro, die Auszubildenden bekommen 60,- Euro. Der Tarifvertrag läuft bis 31. Mai 2013. 

Unbefristete Übernahme sofort 

Die unbefristete Übernahme nach der Ausbildung ist tariflich festgeschrieben und gilt ab 1. März 2012 für alle Auszubildenden. 

Sichere Altersteilzeit 

Der tarifliche Anspruch auf Altersteilzeit wird bis 31. Mai 2013 fortgeführt. Die Betriebsparteien kümmern sich um weitere wertgleiche Optionen für den Rentenübergang. 

Leiharbeit weiterhin begrenzen 

Die Leiharbeit wird auch weiterhin begrenzt und vermieden. Der Tarifvertrag aus 2010 wird bis 31. Mai 2013 fortgeführt werden. 

Flugblatt zum Tarigergebnis:

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Bauknecht wird an ZF verkauft

Arbeitsplatzersatz bei Bauknecht

Mitgliederversammlung Bauknecht

Adieu für die „Weiße Ware“. Die 280 Beschäftigten bei Bauknecht in Neunkirchen-Wellesweiler stellen ab 2012 keine Geschirrspüler mehr her, sondern Getriebeteile. Das Traditionsunternehmen Bauknecht wird an den Autozulieferer ZF verkauft. Die Arbeitsplätze werden dadurch ersetzt.

„Die letzten zehn Jahre waren harte Zeiten für die Beschäftigten von Bauknecht“, bedauert der langjährige Montagemeister Jürgen Schäfer und erläutert: „Im Jahr 2000 waren wir noch rund 1300 Kolleginnen und Kollegen, die über drei Sozialpläne Schritt für Schritt abgebaut wurden. Aktuell sind noch rund 280 Beschäftigte am Standort Neunkirchen.“Seit 1989 gehört die Bauknecht Hausgeräte GmbH zum US-amerikanischen Konzern Whirlpool Cooperation.

„Die Beschäftigungsprobleme am Standort Neunkirchen wurden immer gravierender. Obwohl Whirlpool die führende Weltmarke ist, schläft die Konkurrenz nicht. Die ‚Geiz ist geil‘-Mentalität setzte sich mehr und mehr durch. Whirlpool verlegte nach und nach die Produktion an einen anderen Standort in Polen, wo der Konzern billiger produzieren konnte. Diese Beschäftigung konnten wir in Neunkirchen nicht auffangen, drei Sozialpläne waren die Folge“, fasst Stefan Biehl, Betriebsratsvorsitzender in Neunkirchen, die Unternehmenssituation zusammen. Stefan Biehl ist gleichzeitig auch Vorsitzender im Gesamtbetriebsrat der Bauknecht Hausgeräte GmbH und Mitglied im Europäischen Betriebsrat bei Whirlpool.

„Eine Aufgabe aus dem letzten Interessensausgleich und dem Sozialplan war es, sich um alternative Beschäftigungsmöglichkeiten zu kümmern. Denn die Beschäftigungslage bei Bauknecht spitzte sich immer weiter zu“, so Jörg Caspar, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Neunkirchen. Und die intensiven Bemühungen von Betriebsrat und IG Metall hatten Erfolg. Zuerst war ein Kaufinteressent der Solarbranche im Spiel. Und dann kam im Mai 2011 der Autozulieferer ZF, der unter anderem in Saarbrücken ein Werk mit rund 6000 Beschäftigten betreibt. Die Gespräche zwischen dem Verkäufer Bauknecht, dem Käufer ZF, dem Betriebsrat und der IG Metall kamen gut voran.

„Die Weiße Ware ist seit Jahren in schwierigem Fahrwasser. Der Autozulieferer ZF braucht dringend gutes Personal, um die Nachfrage seiner Kunden zu decken. Das war die Chance für die Bauknecht-Beschäftigten“, macht Jörg Caspar deutlich. Bei den Verhandlungen gab es eine ganze Reihe rechtlicher Probleme zu lösen. Stefan Biehl umschreibt die Gesprächssituation mit einem Witz: „Das Bürgerliche Gesetzbuch war meine ständige Bettlektüre.“

Konkret ist der Verkauf von Bauknecht an ZF, der am 30.Juni 2011 stattfand, kein klassischer Betriebsübergang. De Facto werden die Vertragsregelungen aber so gestaltet, als ob es ein Betriebsübergang wäre. Das ist vor allem für die Beschäftigten sehr wichtig, die freiwillig von Bauknecht zu ZF wechseln.„ZF tritt in alle Rechte und Pflichten von Bauknecht ein. Die Beschäftigungszeiten von Bauknecht werden auf ZF übergehen. Das bezieht sich auf alle zeitlich bezogenen Regelungen, wie zum Beispiel dem Weihnachtsgeld“, beschreibt Stefan Biehl.„Zur Sicherheit der Bauknecht Beschäftigten wird zwischen Bauknecht, ZF und der IG Metall ein Zuordnungs- und Überleitungstarifvertrag abgeschlossen“ so Jörg Caspar. „Die Beschäftigten, die zu ZF gehen, unterliegen der Tarifbindung der Metall- und Elektroindustrie im Saarland und sie erhalten gleichwertige oder höherwertige Entgeltbedingungen.“

Am 6.Juli fand eine IG Metall-Mitgliederversammlung statt. Betriebsrat und IG Metall informierten über den aktuellen Stand der Dinge. „Ohne den engagierten Einsatz des Betriebsrates, von Stefan Biehl und unserer Gewerkschaft hätten wir diese Perspektive nicht bekommen. Unser IG Metall-Organisationsgrad bei Bauknecht ist sehr hoch. Wer stark ist, kann gemeinsam auch Druck machen. Die Mitglieder haben diesen Erfolg durchgesetzt“, bestätigen Angelika Raade und Karla Müller.

Für die Beschäftigten von Bauknecht sind die Ersatzarbeitsplätze bei ZF eine große Zukunftschance, an die sie mit einem lachenden, aber auch einem weinenden Auge drangehen. „Trotz bitterer Zeiten bei Bauknecht waren Kollegialität und Solidarität enorm. Wir hoffen sehr, dass das auch bei ZF so ist“, so Angelika Raade. „Wer seit langem in der Weißen Ware gearbeitet hat, dem fällt die Umstellung auf die Autobranche sicher nicht leicht. Aber die positive Zustimmung in der Belegschaft überwiegt eindeutig“, stellt Karla Müller fest. Auch der Jugendvertreter Björn-Daniel Schlegel unterstreicht, dass er trotz seiner jungen Jahre nur raten kann, IG Metall-Mitglied zu werden: „Ohne die Kompetenz der IG Metall hätten wir bei Bauknecht in Neunkirchen alt ausgesehen.“

Michael Knopp: Ansprechpartner bei Betriebsratsgründungen

Engagierte Unterstützung

Michael Knopp

Die IG Metall Neunkirchen hat Verstärkung bekommen. Der Kollege Michael Knopp ist seit dem 1.Januar 2011 für drei Jahre als Projektsekretär beschäftigt.

Seine Projektaufgaben, die in Kooperation mit der IG Metall Homburg-Saarpfalz durchgeführt werden, haben drei Schwerpunkte. Zum Einen kümmert sich Michael Knopp um Betriebsratsgründungen. Demokratie im Betrieb muss gefördert und ausgebaut werden. Zum Zweiten sollen die Funktionärsstrukturen in bisher gewerkschaftlich unterrepräsentierten Betrieben gestärkt werden. Die dort Beschäftigten sollen die IG Metall als eine starke Partnerin kennen und schätzen lernen. Zum Dritten sorgt sich Michael Knopp um die Erschließungsarbeit im Kfz-Handwerk.

Der Kollege Michael Knopp resümiert sein erstes halbes Jahr der Projekttätigkeit: „Man kann einen Betriebsrat nicht von oben draufsetzen. Die Gründung eines Betriebsrates muss durch die Beschäftigten gewollt werden. Wichtig ist es zuerst sensible Kontakte zu Kollegen in einer betriebsratslosen Firma herzustellen und zweitens die Kollegen umfassend zu beraten. Inzwischen gibt es ernstzunehmende Kontakte in die Betriebe. Im Bereich der Verwaltungsstelle Homburg-Saarpfalz wurde schon ein Betriebsrat bei der Firma UniPlast gegründet.“

Wenn ihr Freunde, Bekannte oder Kollegen und Kolleginnen kennt, die in Betrieben ohne Betriebsrat beschäftigt sind, informiert diese und verweist sie auf die IG Metall Neunkirchen. Alle Mitglieder sind recht herzlich eingeladen, sich am Erfolg des Projektes zu beteiligen.

Kein Platz für Rassismus

Startschuß für Respekt!

Mit einer Auftaktveranstaltung hat die IG Metall die Kooperation mit der Initiative "Respekt! Kein Platz für Rassismus" gestartet. Die Initiative macht sich seit einem Jahr stark für einen respektvollen Umgang miteinander, in dem Intoleranz, Rassismus und Diskriminierung keinen Platz haben. Mit der IG Metall geht die Initiative in eine neue Runde und setzt sich für mehr Respekt in den Betrieben ein.

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